Wir aktualisieren momentan unser Webseiten Design um die Erfahrung auf unserer Website zu verbessern.

Monatsspruch für den August 2023

Du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich.
Psalm 63,8

Wiese und Bäume

Liebe Gemeinde,

Ereignisse werfen ihre Schatten voraus – so sagt man. Und gemeint ist oft etwas Drohendes. Das, was kommt, löst Stress aus, zumindest fordert es seine Aufmerk-samkeit ein, will vorbereitet werden.

Wenn der Schatten auf etwas fällt, verschärfen sich die Umrisse. Das kann sehr faszinierend sein: Wenn die Wolken ihr Spiel mit der Sonne treiben, entsteht manchmal über einem grünen Landstrich so etwas wie eine zweite Landschaft. Der Wechsel zwischen Sonnenflecken und Schattenfeldern legt sich über Höhen und Tiefen.

Kinder spielen gerne mit ihren Schatten. Sie versuchen, den eigenen Schatten einzuholen, über ihn hinwegzuspringen. Oder sie treten anderen auf deren Schatten – eine besondere Art des Fangespiels. Dem eigenen Schatten zu folgen hat etwas Entschleunigendes, denn es ist schlicht nicht möglich, schneller zu sein als der eigene Schatten. Da müssen wir uns gar nicht abmühen – alles in seinem eigenen Tempo!

Jetzt, in den Sommermonaten, sind wir jedenfalls oft dankbar für ein bisschen Schatten. Die Städteplaner haben das inzwischen verstanden. Neue Bäume werden gepflanzt, um gerade im Sommer die Lebensqualität in unseren Kiezen zu verbessern. Menschen suchen Schatten, der die brennende Sonne verbannt. Solche Zufluchtsorte sollen auf unserem Gelände zwischen Gemeindehaus und Magdalenenkirche entstehen, mit mehr Grün sowie Sitzgelegenheiten, die zum Ausruhen und Verweilen einladen. Aber auch im übertragenden Sinn halten Menschen Ausschau nach schattenspendenden Momenten. Das sind Augenblicke, in denen wir innehalten und einen Schritt zurücktreten können – am besten kurz setzen und den Schatten genießen. Da kann sich die Seele vom gleißenden Licht des alltäglichen Betriebes erholen, neue Kraft sammeln für den nächsten Weg durch Hitze und aufgeheizte Zeiten.

Du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich. (Psalm 63,8)

Der Spruch für den Urlaubsmonat August spielt mit dem Bild des Schattens. Hier wirft ihn Gott selbst – bildlich verstanden – wie bei einer Henne oder bei einem großen Adler bilden solche göttlichen Flügel Schutz und Schirm. Es sollen nicht solche vorausgeworfenen Schatten sein, die uns unruhig werden lassen. Wie wird es werden, wenn sich die Gemeinde Rixdorf weiter verändert? Wie wird es wohl werden, wenn der Standort Tabea umgestaltet wird zu einem großen kirchlich-diakonischen Zentrum? Wie soll es sein, wenn der Parkplatz an der Karl-Marx-Straße deutlich weniger Platz für Fahrzeuge bietet, wenn sich die Wege über das Gelände neu ordnen?

Beim Psalmvers geht es dagegen um heilvollen Schatten, der Mut und Kraft spendet – einen Schatten, der dem Beschützten Frohlocken aus der Kehle lockt!

Besonders im August und September ist es ganz gut, ein schattiges Ruheplätzchen zu haben. Dort kann man Abstand vom Trubel finden, einen weiteren Blick gewinnen. Der Psalmvers spricht sogar von Kraft und Hilfe auf dem Weg zu neuen Ufern.

Julika Wilcke