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Text zum Monatsspruch

Aktuelles: Monatsspruch März 2017


Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren und sollst dich fürchten vor deinem Gott; ich bin der Herr.
 3. Mose 19,32

Dieser Text ist keine Auslegung des Monatsspruchs

In rechter Ordnung lerne Jesu Passion

Liebe Gemeinde!
Diesen „Merkspruch“ habe ich als Konfirmandin gelernt und er hat mir die Namen der Passionssonntage in Herz und Sinn eingeprägt:
Invokavit - Reminiscere- Okuli - Lätare - Judika - Palmarum.
Erst viel später habe ich gelernt, was die Sonntage bedeuten und wie gut es ist, den Passionsweg zum Osterfest nachdenkend zu gehen, Schritt für Schritt:
Auf Gott hören - denn Gott ruft und spricht auch zu mir (Invocavit); Gott, den Herr erinnern an seine Barmherzigkeit (Reminiscere); Gott, den Herrn ansehen, wahrnehmen, denn Er rettet mich (Okuli); sich mit Jerusalem freuen - denn Jerusalem ist wichtig (Lätare); Gott um Recht anflehen - und dabei prüfen, ob ich um Recht flehe oder rechthaberisch bin (Judika); schließlich: Hosianna! - Er kommt! (Palmarum).
Aufrecht und umsichtig sind Menschen, die sich auf Gott einlassen. Und nur wer sich auf Gott einlässt, wird Christus verstehen. Die Wegzeichen des Passionsweges sind Worte aus der hebräischen Bibel und erinnern an die lange Geschichte, die Gott schon vor Christus mit der Welt und den Menschen begonnen hat.
In der Passionszeit wacht die Natur aus dem Winterschlaf auf und wir machen uns gerne auf den Weg, Neues und Schönes zu suchen. Unterwegs-Sein ist unsere Glaubenshaltung: Im Kirchenjahr und in der Weltgeschichte.

Der Aufbruch in die Passionszeit birgt in sich Jahr für Jahr neue Möglichkeiten, Gott zu erfahren und Neues über sich selbst zu entdecken.
Die sechs Stationen richten uns auf Gott aus und auf Sein kommen in die Stadt. Geboren wurde Jesus, der Sohn Gottes, abseits der lauten Stadt.
Sehnsüchtig erwartet wird der Gottessohn in der Stadt. Die Stadt ist der Lebensort, in dem der Konflikt, die Turbulenz und der schwierige, gebeutelte Alltag gemeistert werden muss. In der Stadt sind die sozialen und politischen Konflikte spürbar. Der Lebensraum muss mit vielen geteilt werden.
In der Stadt ist es laut, es wird getanzt und gestritten, und es tauchen selbsternannte Erlöser auf, die für sich werben und Macht haben wollen.
In der Stadt ist der Raum für das Gebet enger - und die politischen und religiösen Konflikte nehmen mehr Raum ein.
Wir leben mitten in der Stadt. Deswegen brauchen wir immer wieder innere Wege, die uns ausrichten und aufrichten. Unser Weg in die öffentliche Stadt braucht eine geistliche Struktur.
Das bewahrt vor Hektik und Selbstüberschätzung. Spät habe ich dann gelernt, wie wichtig diese „rechte Ordnung“ ist - bevor sich alles in der Stadt Jerusalem ereignet.

In der Stadt Jerusalem ereignen sich Leiden, Sterben und Auferstehung Jesu.
Passionszeit und Osterzeit: Zwei Kirchenjahreszeiten, die sich an Gründonnerstag und Karfreitag berühren.
Der Weg nach Jerusalem ist sechs Sonntage lang und wir können uns auf weitere sechs österliche Sonntage freuen: Zeit genug, sich in Ruhe vorzubereiten und dann zu feiern.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Passionszeit,
Ihre Viola Kennert
Superintendentin



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