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Text zum Monatsspruch

Aktuelles: Monatsspruch Juni 2017


Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.
 Apostelgeschichte 5,29

Unten stehender Text bezieht sich nicht auf den Monatsspruch

Liebe Rixdorfer,
als Afrikareferent des Berliner Missionswerkes bin ich oft in verschiedenen Lndern Afrikas unterwegs. Das hat meinen Blick auf vieles, was hier in unserem Alltag ganz selbstverstndlich ist, sehr verndert. Mit einem genderten Blickwinkel, knnen wir neu wertschtzen, was uns ganz normal geworden ist. Wir knnen dankbarer werden fr Selbstverstndlichkeiten. Ich nehme Sie einmal mit in meine Erfahrungen.

Einmal besuchte ich in thiopien ein ausschlielich von Muslimen bewohntes Dorf. Dort hatte unsere evangelische Partnerkirche Wasserleitungen verlegt. So ein Wasserprojekt hat enorme Auswirkungen auf das Leben der Menschen:

Die Magen- und Darmerkrankungen gehen um 80% zurck. Zudem brauchen die Frauen nun nicht mehr kilometerweit zur Quelle zu laufen, um die oftmals bis zu 30 Kilogramm schweren Krge zurck zu schleppen - und das mehrmals am Tag - nein: Sie gehen nur noch wenige Minuten zur Zapfstelle. „Warum macht ihr das?“ fragte der Dorflteste, „Ihr seid doch Christen und wir sind Muslime.“ Der Wasseringenieur der Kirche gab eine Antwort, die sich mir tief ins Gedchtnis eingebrannt hat:
"Ihr sollt die Liebe Gottes trinken knnen!"
Sauberes Trinkwasser - das heit: die Liebe Gottes trinken - die Liebe Gottes genieen - und selbstverstndlich dankbar sein. Dieses Wasserprojekt steht fr vieles, was die thiopische Evangelische Kirche an Entwicklungsarbeit leistet:
fr Schulen, fr Gesundheitsstationen, fr die Sorge um die Waisenkinder, fr den Kampf gegen die Genitalverstmmelung von Frauen und vieles andere mehr.

„Dem ganzen Menschen dienen!“ Diesem Programm hat sich die Kirche verschrieben. Sie sorgt aus einer Hand fr Leib und Seele, fr das krperliche und geistige Wohl.
Kirche - Schule - Krankenhaus. Diesem Dreiklang von „Predigen, Lehren und Heilen“, den die evangelischen Missionare damals nach thiopien brachten, ist die Kirche heute noch verpflichtet. So macht sie die Liebe Gottes erlebbar - trinkbar.
Deshalb wchst sie rasant. Als ich vor 12 Jahren angefangen habe, waren es 4 Millionen, jetzt sind es 8,2 Millionen, die sich zur Kirche zhlen.

Wir mssen nicht zur Quelle gehen und Wasser schleppen, wenn wir trinken, waschen oder baden wollen. Unser Wasser kommt direkt aus der Wand, und das wird sehr, sehr sorgfltig berwacht. Wir knnen es trinken, so wie es ist.
Das ist fr die meisten Menschen dieser Welt alles andere als selbstverstndlich.

In diesem Sinne: Wenn Sie heute den Wasserhahn aufdrehen, dann tun Sie es einmal ganz bewusst und schmecken Sie dabei die Liebe Gottes. Ich bin mir sicher, dann vergessen Sie auch nicht den Dank fr all die Selbstverstndlichkeiten, die uns das Leben angenehm machen.

Herzlichst, Ihr Pfarrer Dr. Reinhard Kees
P.S. Ich verabschiede mich mit dieser Besinnung aus dem Predigt-Ehrenamt in Rixdorf, weil ich am 1. August eine Pfarrstelle (50% in Genezareth und 50% im Kirchenkreis Neuklln) antreten werde.



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