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Text zum Monatsspruch

Aktuelles: Monatsspruch Juli 2017


Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung.
 Philipper 1,9

Liebe Gemeinde,
die Liebe ist ein hohes Gut. Von Augustinus ist der Satz berliefert: „Liebe, und tue, was du willst.“ Solch ein Satz klingt gefhrlich und ist doch wahr. Denn Liebe, die sich aus Gottes Liebe speist, sucht das Beste fr sich und den Nchsten. Wo Gottes Liebe ist, ist kein Platz fr Hass, Egoismus und Bses.

Paulus verbindet mit der Gemeinde in Philippi eine besondere Beziehung. Als erste Gemeinde auf dem europischen Festland entstanden, lebten ihre Mitglieder in gesicherten sozialen Verhltnissen. So untersttzten sie Paulus auch finanziell auf seinen Missionsreisen, und einzig von dieser Gemeinde hat Paulus die Untersttzung auch dankbar angenommen; nicht aus Eigennutz, wie er ausdrcklich betont, sondern weil er darin eine Frucht ihres Glaubens sieht. Diese Liebe wird von Paulus in keiner Weise infrage gestellt, aber sie ist kein Selbstlufer. Liebe lebt davon, dass sie immer neu geschenkt wird. Und so betet er darum, dass sie reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung.

Die Liebe erkennt. Sie erkennt in dem anderen den Nchsten, der - wie ich - von Gott geliebt ist. Sie erkennt in ihm das Ebenbild Gottes, selbst dort, wo es bis zur Unkenntlichkeit verzerrt ist. Sie erkennt im Gegenber den Bruder und die Schwester, und sie erkennt, was er und sie brauchen. In der Geschichte des „Reichen Jnglings“, der zu Jesus kam und fragte, was er tun msse, um ewiges, erflltes Leben zu finden, lesen wir in der Markusberlieferung einen wunderbaren Satz: „Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb“ (Markus 10,21). Und er sah, was ihm fehlte: „Geh hin und verkaufe alles was du hast, und gib's den Armen.“ Der, der alle Gebote hielt, war gefangen in seinem Reichtum. Der Blick der Liebe Jesu sah tiefer, sah sein wirkliches Problem. Gott schenke uns diesen Blick der Liebe, offen fr Gott und offen fr den Nchsten, offen auch fr uns selbst!

Diese Liebe soll reich werden an Erfahrung. Sie will helfen, die Welt zu verndern. Sie wird Kraft geben, immer wieder neu auch gegen Hass und Gewalt einzutreten. Sie weckt Fantasie. Ich las von einem beeindruckenden Beispiel aus dem bayerischen Wunsiedel, wo engagierte Menschen einen Nazi-Aufmarsch zum - unfreiwilligen - Spendenlauf umwidmeten. Fr jeden Schritt, den der dstere Zug vorankam, sammelten sie Geld fr ein Aussteigerprogramm fr Neonazis. Auf solche Idee muss man erst einmal kommen, und vielleicht ist es eben die Liebe, die solche Ideen hervorbringt, die Liebe zu einer Welt, die im Hass erstickt. Hass macht krank, auch unsere Gesellschaft, Liebe aber kann die Welt verndern. Das ist eine wunderbare Erfahrung. Mge Gott sie uns reichlich schenken!

Es grt Sie herzlich, Ihr Jrgen Fuhrmann

Die Liebe ist es, die ber den Tellerrand hinausblickt
und die Welt im Kleinen und Groen verndert.

Tina Willms



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